Inklusion und Exklusion als Thema der (Sozialarbeits-)Forschung

Flucht_Migration als relevantes Forschungsfeld. 

Fragen von Inklusion und Exklusion sind für die Sozialarbeitsforschung von zentraler Bedeutung. Es werden dabei jene Konstellationen und Bedingungen untersucht, die es Menschen ermöglichen oder verunmöglichen, gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Menschen mit Flucht_Migrationserfahrung sind besonders von Ausgrenzung bedroht, und die Frage ihrer gesellschaftlichen Teilhabe wurde nach dem „langen Sommer der Migration“ zu einer umkämpften. Das Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung beschäftigt sich seit einigen Jahren intensiv mit der Situation von flucht_migrierten Personen. Im Zentrum der Forschungsarbeiten stehen u.a. das Interesse an der Lebenswelt von geflüchteten Menschen, ebenso wie Fragen, die sich mit Inklusions- und Exklusionsprozessen in (ländlichen) Gemeinden Österreichs auseinandersetzen. In diesem Zusammenhang wird untersucht, welche Faktoren Geflüchtete als inklusionsfördernd und inklusionshemmend erleben, und welche Erfahrungen sie in Österreich machen.

Andere Forschungsarbeiten beschäftigen sich mit der Bedeutung von mitgebrachten, zurückgelassenen und neu erworbenen Dingen im Kontext von Zwangsmigration. Wir sind in unserem Alltag ständig von Dingen umgeben, meistens ohne darüber viel nachzudenken. Erst in Umbruchsituationen wird diese Selbstverständlichkeit brüchig – wenn Menschen etwa fliehen müssen oder vertrieben werden:  Was erleben Menschen, wenn plötzlich alltägliche oder auch liebgewonnene Dinge fehlen und wie nehmen sie in ihren Erzählungen auf diese Dinge Bezug. In diesem Zusammenhang ist das Institut eingebunden in das Forschungsnetzwerk Interdisziplinäre Regionalstudien (first), in dem sechs geistes-, sozial- und kulturwissenschaftliche Institute mit Sitz in Niederösterreich in interdisziplinären Forschungsprojekten zu gesellschaftlich relevanten Themen forschen. Das Institut koordiniert im Rahmen dieses Forschungsnetzwerkes den Forschungsverbund Migration. Im Rahmen des diesjährigen Social Work Science Day werden zentrale Aktivitäten und Ergebnisse zu Flucht_Migration und Fragen der Inklusion/Exklusion präsentiert und zur Diskussion gestellt.

Der Abschlussvortrag widmet sich Grenzen aus Papier und ermöglicht einen Einblick in lokale Erfahrungen von Migrant*innen im und mit dem europäischen Grenzregime auf Ebene urbaner (Grenz-)Räume. Auch nach dem Überschreiten von Territorial-Grenzen spielen Identitätsdokumente eine wichtige Rolle für den Zugang zu Rechten und Ressourcen. Der Vortrag eröffnet neue Perspektiven auf Mechanismen der Grenzziehung und beleuchtet die Rolle von Papieren in diesem Prozess.

Studierende zeigen darüber hinaus wie sie forschend sozialarbeitsrelevante Lösungsansätze zu aktuellen Fragestellungen in laufenden Lehrforschungsprojekten in unterschiedlichen Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit entwickeln.

Save the Date: Der Social Work Science Day 2023 findet am 11. Mai statt.


Der Social Work Science Day ist eine Veranstaltung des Ilse Arlt Instituts für Soziale Inklusionsforschung des Department Soziales der FH St. Pölten. Das Arlt Institut beschäftigt sich mit sozialarbeitswissenschaftlicher Forschung und Entwicklung zu den Schwerpunkten

  • Partizipation, Diversität und Demokratieentwicklung
  • Health und Social Care
  • Methodenentwicklung und Soziale Diagnostik