Workshops I

Der Jugendkulturelle Fair Skills Ansatz der Extremismus Prävention

Harald Wilnböck

Verschiedene Schlüsselfragen von Prävention  werden angesprochen:
– Es gibt mehrere Ansätze der Prävention und Rehabilitierung (Deradikalisierung) in verschiedenen Ländern. Was sind die Grundprinzipien dieser Arbeit? Welche Grundvoraussetzungen müssen erfüllt sein, um sie erfolgreich durchführen zu können?
– Was sind die Spezifika von jugendkultureller Präventionsarbeit – z.B. im European Fair Skills Ansatz in Osteuropa (http://cultures-interactive.de/de/european-fair-skills.html)? oder von gemeinwesen-basierter Prävention (z.B. in Community Counteracting Radicalisation, cocoraproject.eu)?
– Alle Welt spricht von Gender. Was aber heißt Gender? Und was heißt: Frauen und Gender in Extremismus und Prävention (WomEx.org)?
– Alle Welt spricht vom Internet. Können Internet und soziale Medien überhaupt Teil von präventiver Arbeit sein?
Welche Beratungsgrundsätze gelten in der Kommunikation mit staatlichen Initiativen der Prävention von gewaltförmigem Extremismus und gruppenbezogenem Hass?

 

Verletzende Sprache

Marty Huber

Wann haben Sie das letzte mal jemandem mit Sprache weh getan? Wann einfach zugehört, mitgelacht, weggeschaut? Wir alle kennen Situationen, wo wir in einer Art und Weise kommunizieren, die darauf abzielt, das Gegenüber in eine Position zu versetzen, die unangenehm ist, Schweigen oder Aggression befördert. Manchmal gibt es die Vorstellung, es würde reichen gewisse Wörter aus dem Wortschatz zu streichen, aber Wörter sind von sich aus nicht besonders „magisch“. Wir verleihen Wörtern Macht, in der Art, wie und wann wir sie benutzen, welchen Ton wir anschlagen, welche Körperhaltung wir einnehmen.
Im Workshop geht es darum, ein Bewusstsein schaffen, wie mit verletzender Sprache umgegangen, wie und wann sie eingesetzt wird. Es geht um Übungen zur Selbstkritik, und um die Verwendung einer Sprache, die möglichst alle inkludiert und nicht ausschließt und um die Möglichkeiten, die sich dadurch eröffnen.
Es geht um das Stärken von Verständnis und Respekt, um kreative Ideen für Gegenreden und um Vorschläge wie das Thema „Verletzende Sprache angehen“ auch mit Klienten und Klientinnen und Kollegen und Kolleginnen angegangen werden kann.

 

Einzelfallhilfe allein, reicht nicht – Radikale Soziale Arbeit im Kontext von Ökonomisierung und Unterdrückung

Irene Mötzl und Rauch René

„Social work is a practice-based profession and an academic discipline that promotes social change and development, social cohesion, and the empowerment and liberation of people. […]“ (Global Definition of Social Work,  IFSW 2014) – Im Kontext von Sozialabbau, Ökonomisierung und aktivierendem Sozialstaat ist dieser professionelle Selbstauftrag jedoch leichter gesagt als getan. Kritische, radikale und strukturelle Ansätze Sozialer Arbeit helfen uns dabei, die eigene Praxis neu zu beleuchten. Lasst uns daraus gemeinsam neue Handlungsansätze ableiten, um die Menschen mit denen wir Arbeiten, sowie uns selbst noch stärker zu ermächtigen.

 

Was heute extrem ist, kann morgen schon normal sein

Eva Grigori und Peter Pantuček-Eisenbacher

Extremistische Narrative als eine Ausdrucksform gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit begegnen uns regelmäßig im beruflichen Kontext von Sozialer Arbeit. Unter dem Titel „Was gestern noch extrem war, kann heute schon normal sein“ setzen wir uns als Forschungsgruppe des Masterstudiengangs Soziale Arbeit mit Extremismus und Fanatisierungsphänomenen auseinander. Mit Blick auf die Praxis laden wir alle Interessierten dazu ein Erfahrungen und Handlungsmethoden im Umgang mit menschenfeindlichen Narrativen zu erörtern. Durch einen derartigen gegenseitigen Austausch ergibt sich unseres Erachtens die Möglichkeit aktuelle Problemlagen und mögliche Verbesserungsvorschläge zu diskutieren.

 

Telefonische Clearings und Verweisungen – Schnittstellen zwischen Rettung und psychosozialen Einrichtungen – ein Erfahrungsaustausch

Christoph Redelsteiner

Rettungsleitstellen erhalten zunehmend Hilfeanfragen hausärztlicher, pflegerischer, psychosozialer und „sonstiger“ Natur.  Unabhängig vom realen Hilfebedarf und trotz notfallmedizinischer telefonischer Abfrage wird als zentrale Strategie die Entsendung eines Einsatzmittels durchgeführt. Parallel bestehen im Sozialsystem zahlreiche Hilferessourcen wie Rat auf Draht, Akutbetreuungsteams, Krisenintervention, psychosoziale Dienste oder Infolines über soziale Ressourcen. Wie könnten sich Rettungsleitstellen und psychosoziale Dienste vernetzen um Hilfeanfragen von Klienten und Klientinnen passender zu adressieren? Wie könnte ein sozialarbeiterisches Clearing aussehen?

https://www.fhstp.ac.at/de/studium-weiterbildung/soziales/soziale-arbeit-master/projekte1/sat-144-sozialarbeitsgestuetzte-telefonische-triage-bei-notruf-144

http://www.skverlag.de/buchshop/artikelbeschreibung/artikel/aktuelle-und-kuenftige-anforderungen-an-das-gatekeeping-im-praeklinischen-bereich.html

 

Unterstützungskonferenz im Kontext der Betreuung und Pflege älterer Menschen

Johannes Pflegerl und Sabine Sommer

In diesem Workshop werden die Ergebnisse des Masterprojektes Unterstützungskonferenz im Kontext der Betreuung und Pflege älterer Menschen präsentiert. Auf Basis der Durchführung von Unterstützungskonferenzen in diesem Setting wurden in diesem Projekt methodische Anpassungsvorschläge erarbeitet und analysiert, welche Rahmenbedingungen für eine Implementierung in der Praxis erforderlich sind und wie die Methode interessierten Personen und Institutionen vermittelt werden kann. Weiters wurde der Frage nachgegangen, unter welchen Voraussetzungen ältere Menschen und familiäre Angehörige bereit sind, das Angebot einer Unterstützungskonferenz anzunehmen.